Die Zukunft der Internetsuche – Wie man Google vom Thron stoßen kann

Ist es möglich, dem Suchmaschinengiganten Google Konkurrenz zu machen? Ja, meinen Experten – wenn man etwas anbietet, was Google nicht leisten will. Aber wie suchen User in Zukunft?
„Es gibt nicht die eine, ultimative Suchmaschine“, stellt Albert Wenger von Union Square Ventures klar. Google sei zwar Platzhirsch, aber die Internetnutzer wollen durchaus auch Spezialanbieter. „Es kommt immer darauf an, was man sucht. Die Leute werden immer dort hingehen, wo sie das auch finden.“ Mit seiner Firma Union Square Ventures ist Albert Wenger Investor der alternativen Suchmaschine DuckDuckGo.

Ein spezielles Bedürfnis bei der Suche, so Wenger weiter, könne zum Beispiel der Schutz der Privatsphäre sein. Genau darauf legt DuckDuckGo besonderen Wert. Im Gegensatz zu Google und anderen großen Anbietern speichert die Suchmaschine keine User-Daten wie IP-Adresse oder eingegebene Suchbegriffe und gibt diese nicht an Werbekunden weiter. „Manchmal möchte man einfach anonym bleiben, wenn man etwas sucht – zum Beispiel wenn es um sensible Themen wie Krankheit oder politische Ansichten geht“, sagt Wenger.

 

Schluss mit gefilterten Rankings

 

Google nutzt User-Daten zum Beispiel für personalisierte Werbung, oder um Suchergebnisse an die persönlichen Vorlieben des Nutzers anzupassen. So erhält der Suchende nicht mehr das komplette Spektrum an Ergebnissen aus dem Web – sondern nur noch Informationen, von denen der Algorithmus errechnet, dass sie dem Klickverhalten des Nutzers entsprechen.

Dagegen richtet sich Wolf Garbe, CEO der Peer-to-Peer-Suchmaschine Faaro. „Die Leute wollen keine vorgefilterten Rankings“, sagt er. „Wir brauchen mehr Vielfalt bei den Suchergebnissen.“ Mit Faaro will er einen Beitrag dazu leisten.

 

Relevantere Suchergebnisse

 

Faaro funktioniert nach dem Crowdsourcing-Prinzip. Der Suchindex ist nicht in einem riesigen, zentralen Rechenzentrum gespeichert, sondern auf Millionen von Nutzer-PCs verteilt, die miteinander vernetzt sind. Neue Einträge im Index entstehen automatisch, sobald ein User eine beliebige Website besucht. Doch die Faaro-Nutzer bestimmen durch ihr Surfverhalten nicht nur, welche Seiten in der Suchdatenbank landen, sondern auch, wie relevant sie sind. Seiten, auf denen sich Nutzer länger und häufiger aufhalten, erhalten mehr Gewichtung als andere.

„Attention-based Ranking“ nennt Faaro dieses System – im Gegensatz zu Googles Page-Rank, bei dem unter anderem die Anzahl der Links auf eine Seite und die verwendeten Keywords über die Reihenfolge der Suchergebnisse bestimmen. Zwei Milliarden Seiten sind bisher bei Faaro indiziert, schon 2,5 Millionen Nutzer nehmen an dem Projekt teil. Google greift im Vergleich dazu auf einen Index von rund 40 Milliarden Dokumenten zu.

 

Spracheingabe und semantische Suche

 

In jedem Fall wird es schwer sein, Google vom Thron zu stoßen, darin sind sich die Suchmaschinenexperten einig. Vor allem auf dem mobilen Markt hat sich der Gigant eine starke Position gesichert. Das liege unter anderem daran, dass Google die Bedeutung von Spracheingabe bei der Suche erkannt habe, meint Albert Wenger. Das hat das Nutzerverhalten entscheidend verändert. Wer heute auf dem Smartphone etwas sucht, gibt keinen Suchbegriff mehr ein, sondern spricht ihn einfach ins Handy.

Google-Suche ist auf vielen Smartphones mittlerweile Standard. „Nur eine Firma wie Apple hätte die Macht, daran zu rütteln“, meint Faaro-CEO Wolf Garbe. Und was ist mit Facebook? Kann die Facebook-Suche Graph Search tatsächlich den Markt revolutionieren, wie man in der Branche munkelt? Eher unwahrscheinlich, meinen Garbe und Wenger. „Das Problem mit einem Ranking, das auf Likes aufgebaut ist, ist ja: Viele Menschen liken etwas in Facebook, ohne dass es ihnen wirklich gefällt. Das hat psychologische Gründe.“ Außerdem, so Wenger weiter, führe eine Suche im Facebook-Universum auch wieder zum Thema Schutz der Privatsphäre. „Vieles, was wir da veröffentlichen, wollen wir ja gar nicht in den Suchergebnissen sehen.“

Die Zukunft der Suchmaschinen, meint Faaro-CEO Wolf Garbe, liege vielmehr in der semantischen Suche. „Das bedeutet, dass Suchmaschinen nicht mehr textbasiert nach Begriffen suchen, sondern in der Lage sind Fakten zu verstehen und zu kombinieren. Bis wir so weit sind, wird es aber sicher noch fünf bis zehn Jahr dauern.“
 
Obwohl sich Suchmaschinen permanent ändern, sollten weiterhin Websiten für Internet-Suchmaschinen optimiert werden. Für diesen Zweck hat man professionelle Agenturen, die eine nachhaltige Seo Berlin anbieten.
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