Google statt Bing: Yahoo will sich von Microsoft trennen

Seit Juli ist die ehemalige Google-Managerin Marissa Mayer Chefin des angeschlagenen Internetkonzerns Yahoo. Seitdem krempelt sie den einstigen Pionier in Sachen Internetwerbung und Websuche um. Mayer beorderte unter anderem Mitarbeiter von ihren Heimarbeitsplätzen zurück ins Büro und investierte in neue Technologie. Offenbar als nächstes auf der To-Do-Liste: die Beendigung einer Zusammenarbeit mit der Microsoft-Suchmaschine Bing und eine Übernahme des Videodienstes Hulu.

Nach einem vor rund drei Jahren ausgehandelten Deal greift Yahoo auf die Suchmaschine Bing zurück, die eigenen Anstrengungen zur Entwicklung einer Suchmaschine wurden aufgegeben. Mayer sei jedoch unzufrieden mit den Ergebnissen der Microsoft-Partnerschaft, berichten Bloomberg und das „Wall Street Journal“. Unter anderem seien die Werbeeinnahmen zu niedrig. Yahoo nehme jetzt pro Suchanfrage sogar weniger ein als zuvor beim eigenen System, hieß es.

Mayer habe bereits eine mündliche Zusage für eine Kooperation mit ihrem früheren Arbeitgeber Google eingeholt. Der Windows-Konzern sperre sich jedoch gegen ein vorfristiges Ende des noch bis 2020 laufenden Deals. Yahoo gab am Dienstag bekannt, dass Microsofts Mindesterlösgarantie um ein Jahr bis Frühjahr 2014 verlängert werde. Dabei springt Microsoft mit Bargeld ein, wenn im US-Markt die vereinbarten Werbeeinnahmen nicht erfüllt werden.

Mit einer Übernahme des Streaming-Dienstes Hulu könnte Yahoo stärker ins Videogeschäft einsteigen. Eine Mehrheitsbeteiligung am YouTube-Konkurrenten Dailymotion, der zur France Télécom gehört, war gescheitert. Nun gibt es nach einem Bericht von AllThingsD erste Gespräche mit Hulu. Die Videoseite, auf der US-Nutzer Fernsehprogramme zum Teil kostenlos oder über eine monatliche Abogebühr sehen können, steht seit einiger Zeit zum Verkauf.

Noch gebe es allerdings kein konkretes Angebot von Yahoo, berichtet AllThingsD. Mayer habe aber Investoren gesagt, Video sei ein wichtiger Bestandteil ihrer Strategie bei Yahoo. Ihr früherer Arbeitgeber Google hatte 2006 YouTube übernommen, mittlerweile die größte und erfolgreichste Videoplattform im Web. Auch Yahoo soll sich damals für YouTube interessiert haben.

 

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